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Meldungen aus dem Landesverband Mecklenburg-Vorpommern
Meldungen aus dem Landesverband Mecklenburg-Vorpommern

Volksbund verurteilt Diebstahl von Messingplatten auf dem Alten Friedhof in Schwerin

23 Gedenkplatten von Kriegsgräbern gestohlen

Die leeren Sockel der gestohlenen Grabplatten

Die leeren Sockel der gestohlenen Grabplatten Volksbund

Auf dem Alten Friedhof in Schwerin sind 23 Messingplatten von Kriegsgräbern gestohlen worden. Der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. verurteilt diesen Akt des Vandalismus aufs Schärfste.

Die gestohlenen Platten gehörten zu Gräbern, die an Opfer des Zweiten Weltkriegs erinnern. Nach Angaben der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin sind die einzelnen Platten etwa 50 mal 50 Zentimeter groß und können bis zu 20 Kilogramm wiegen. Der materielle Wert einer Platte wird auf rund 3.000 Euro geschätzt. Insgesamt wird der entstandene Schaden inzwischen auf etwa 70.000 Euro beziffert.

Wann die 23 Platten genau entfernt wurden, ist bislang nicht bekannt. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.
 

Angriff auf Orte des Gedenkens

Der Diebstahl ist nicht nur wegen des erheblichen materiellen Schadens besonders schwerwiegend. Mit den Messingplatten wurden bewusst Erinnerungszeichen von Kriegsgräbern entfernt. Damit wurde ein Ort geschändet, an dem Menschen ihrer verstorbenen Angehörigen gedenken und an dem zugleich an die Folgen von Krieg und Gewalt erinnert wird.

Kriegsgräberstätten sind besondere Orte der Erinnerung. Die dort bestatteten Menschen stehen stellvertretend für die Millionen Opfer der beiden Weltkriege und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Ihre Gräber mahnen dazu, die Folgen von Krieg und Gewalt nicht zu vergessen und sich für Frieden und Verständigung einzusetzen.

Der Volksbund sieht in dem Diebstahl daher einen besonders beschämenden Akt des Vandalismus. Das mutwillige Entfernen von Gedenkzeichen verletzt die Würde der Toten und beeinträchtigt einen Ort, der dem stillen Gedenken und der Erinnerung gewidmet ist.
 

Kein Einzelfall

Bereits rund zwei Wochen vor dem aktuellen Vorfall hatten Unbekannte drei weitere Messingplatten von Kriegsgräbern auf dem Alten Friedhof demontiert. Diese wurden später auf dem Friedhofsgelände wieder aufgefunden.

Der erneute Vorfall zeigt, wie wichtig der Schutz und die Pflege von Kriegsgräberstätten sind. Der Volksbund begrüßt daher, dass die Friedhofsverwaltung die betroffenen Gräber wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzen möchte.

Der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern hofft zugleich, dass die Ermittlungen der Polizei zur Aufklärung der Vorfälle führen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden können.
 

Erinnerung bewahren – Würde achten

Der Volksbund setzt sich gemeinsam mit Kommunen, Friedhofsverwaltungen, Ehrenamtlichen und zahlreichen Partnern dafür ein, Kriegsgräberstätten als Orte der Erinnerung und der Mahnung zu erhalten.

Der Vorfall auf dem Alten Friedhof in Schwerin macht deutlich, dass diese Arbeit weiterhin notwendig ist. Kriegsgräber dürfen nicht zu Orten des Vergessens werden. Die Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu bewahren, ist eine gemeinsame gesellschaftliche Verantwortung.