Meldungen aus dem Landesverband

Online-Gedenkveranstaltung zum 12. März 2021

Auf dem Golm/ Usedom

Stilles Gedenken - Die Trauernde Volksbund

Vor 76 Jahren - es war ein Montag in der Mittagsstunde des 12. März 1945 - fielen Bomben auf die Stadt
Swinemünde. Wie jedes Jahr erinnert der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. an alle Opfer von
Krieg und Gewaltherrschaft, die auf der Gedenk- und Kriegsgräberstätte Golm ihre letzte Ruhestätte
gefunden haben.

Die Stadt war in diesen Tagen mit Menschen überfüllt. Immer mehr Flüchtlinge kamen aus
Hinterpommern, Ost- und Westpreußen, in der Hoffnung, in Swinemünde einen Zufluchtsort und eine
Möglichkeit zur Weiterreise in Richtung Westen zu finden. Etliche Schiffe im Hafen sowie Swinemünder
Häuser, Lazarette und Kirchen waren mit Geflüchteten überfüllt. Am 12. März 1945 traf die Stadt ein
Bombenhagel mit über 3000 Bomben, die von mehr als 600 Bombenflugzeugen abgeworfen wurden.
Infolgedessen starben Tausende von Menschen. Manche Tote fanden ihre letzte Ruhestätte in
Bombentrichtern, andere ertranken oder blieben unter den Trümmern der Stadt begraben. Viele von
ihnen wurden nie gefunden. Viele der gefundenen Opfer konnte man nicht identifizieren. Mehrere
Tausend Tote wurden zum Golm gebracht und dort begraben. 

Auf der höchsten Erhebung der Insel Usedom, in unmittelbarer Nähe der polnischen Grenze, befindet
sich heute die größte Kriegsgräberstätte des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Neben militärischen
Angehörigen ruhen dort auch die zivilen Toten des Bombenangriffes vom 12. März 1945. Darunter
damalige Bewohner der Insel Usedom und der Insel Wollin, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus
Polen, Frankreich, den Niederlanden und der Sowjetunion. Der Ort hat heutzutage eine
mehrdimensionale Bedeutung. Einerseits ist er ein Ort der Erinnerung und der individuellen Trauer,
anderseits ein Lernort der Geschichte für Schul- und Erwachsenengruppen. Die in der Nähe befindliche
Bildungseinrichtung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., die „Jugendbegegnungs- und
Bildungsstätte Golm“, bietet die Voraussetzungen für dieses grenzüberschreitende Bildungsangebot.
Durch die zahlreichen Eintragungen im Gästebuch erkennt man, dass auch viele Touristen während der
Urlaubssaison diesen Ort aufsuchen.
Die Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern hat in diesem Jahr eine Neuauflage
des Buches „Die Kriegsgräber- und Gedenkstätte Golm und die Tragödie von Swinemünde“
herausgegeben. Dieses Buch kann man bei der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-
Vorpommern unter folgendem Link bestellen.

Seit Anfang 90er Jahren findet alljährlich am 12. März eine offizielle Gedenkstunde auf der Kriegsgräber-
und Gedenkstätte Golm statt. Auf Grund der Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie und die
Bestimmungen der Corona-Schutz-Verordnungen des Landes Mecklenburg-Vorpommern musste der
Volksbund auf eine offizielle Gedenkzeremonie vor Ort verzichten. Stattdessen fand an diesem Tag eine
„Stille Kranzniederlegung“ statt.

Der Volksbund bedankt sich bei Michael Sack, Landrat des Landkreises Vorpommern-Greifswald für seine
Videogedenkrede, dem Landespolizeiorchester für sein musikalisches Video zu diesem Tag und der Stadt
Schwerin für die Drehgenehmigung auf dem Alten Friedhof.
Diese Botschaft ist Bestandteil eines Online-Gedenkens an die Toten vom Bombenangriff auf die Stadt
Swinemünde vom 12. März 1945.   

 

Stille Kranzniederlegung

Aus gegebenem Anlass konnten wir am 12. März leider nur eine Stille Kranzniederlegung ohne Besucher durchführen.

Kinga Sikora und Mariusz Siemiatkowski - Leitungsteam Jugendbegegnungsstätte Golm

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