23 junge Menschen aus sieben europäischen Ländern kamen in diesem Sommer in Rostock zusammen. Vom 22. bis 30. August 2025 veranstaltete der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. eine internationale Jugendbegegnung in Mecklenburg-Vorpommern.
Die Teilnehmenden aus Deutschland, Bulgarien, Großbritannien, Italien, Rumänien, der Türkei und Ungarn engagierten sich für den Erhalt von Kriegsgräberstätten. Gemeinsam pflegten sie Gräber von Opfern der Kriege des 20. Jahrhunderts – als sichtbares Zeichen für Frieden, Verständigung und Erinnerung.
Start in Berlin
Die Begegnung führte die Jugendlichen von der Hauptstadt in den Norden. In Berlin setzten sie sich intensiv mit der Geschichte und dem Wert von Freiheit und Demokratie auseinander. Auf dem Programm standen Besuche der Gedenkstätte „Topographie des Terrors“ sowie des Deutschen Bundestages.
Praktische Arbeit an Kriegsgräberstätten
Im Anschluss ging es nach Rostock und Kühlungsborn: Auf dem „Alten Friedhof“ in Kühlungsborn übernahmen die Jugendlichen Pflegearbeiten an den Gräbern der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Sie reinigten die Grabsteine von zivilen Opfern – zumeist Flüchtlinge, die an Kälte oder Unterernährung starben , sowie von Soldatengräbern. Darüber hinaus harkten die jungen Menschen Laub und versetzten die beiden Kriegsgräberstätten in einen würdigen Zustand. Auf dem Soldatenfriedhof Rerik wurden ebenfalls die Grabsteine gesäubert. Sowohl in Kühlungsborn als auch in Rerik fanden nach den Pflegemaßnahmen eine von den Jugendlichen selbst gestaltete Gedenkzeremonien statt, bei der das Totengedenken sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch verlesen wurde. Besonders eindrücklich war dies in Rerik, da dort auch italienische Kriegstote ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.
Programm in Rostock
Zudem reinigten die Teilnehmer des Workcamps Erinnerungssteine im Stadtgebiet Rostock. Dabei setzten sie sich nicht nur praktisch mit den Schicksalen der Verstorbenen auseinander, sondern leisteten zugleich einen aktiven Beitrag gegen das Vergessen. Ein krönender Abschluss war der Empfang durch den Präsidenten der Bürgerschaft Rostock und Vorsitzenden des Regionalverbandes Rostock im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Dr. Heinrich Prophet, im Rathaus von Rostock.
Bildungsprogramm und Abschluss
Begleitet wurde das Workcamp durch ein vielfältiges Bildungsprogramm: In Workshops und Seminaren erarbeiteten die 16- bis 23-Jährigen eigene Themen, tauschten Erfahrungen aus und entwickelten persönliche Botschaften für ein friedliches Zusammenleben in Europa.
Die Jugendbegegnung hat gezeigt, dass Erinnerungskultur und internationale Verständigung Hand in Hand gehen. Die jungen Menschen haben in dieser schwierigen Zeit ein starkes Zeichen für Frieden und ein gemeinsames Europa gesetzt.